Leserbrief von Birgit Tersteegen

Keine Chance für Stille ?

Tagungshaus Karneol, ein Ort der Ruhe und Besinnung….Alles ein wenig entschleunigt…der Anfahrtsweg schlängelt sich durch Wiesen und Felder ….er ist ein wenig kurvig……man (frau auch….) muss dafür schon mal„runter vom Gas“ und kann langsam ankommen. Der Stress von Arbeit und Autobahnfahrt fällt ab ,der Geist wird ruhig und kann sich vorbereiten auf das Thema des Seminars. In den Fortbildungen, die hier seit 30 Jahren durchgeführt werden, geht es in der Regel um Entspannung, Yoga, Burnout-Prophylaxe ….sprich um AUFTANKEN und ZU-SICH-KOMMEN…..so sehr NOTwendig für viele Menschen heute.

Das Haus liegt in der Bauernschaft Sellen, eine der wenigen Bauernschaften um Steinfurt herum, die noch intakt ist….Kleine Voll-Erwerbshöfe halten sich seit Generationen hier, Kinder, Fahradfahrer und Spaziergänger – mit und ohne Hund – können sich frei und in Ruhe bewegen ohne auf irgendeinen Verkehr achten zu müssen ; Katzen, Rehe , Hasen und sogar Füchse kreuzen noch gefahrlos die Wege ….

Aber zählt das Alles noch ? Stille, Vogelgezwitscher, das Rauschen der Bäume ???

Für die Verwaltung und die Leitung der Fachhochule Steinfurt NICHT. Die K76n wird gebaut, das Tagungshaus bekommt eine eigene Ausfahrt und wird noch mit dem Ausbau des Wirtschaftswegs „beglückt“ und den Landwirten wird mit Enteignung gedroht.

WOZU DAS GANZE ? Es geht um schnelle Anbindung, um Aufwertung der Fachhochschule, um Profilierung und Prestige der Entscheider….vermutlich auch um lange zugesagte Aufträge an die Strassenbaufirmen ??? Stichhaltige Argumente und Geld haben die Entscheider nicht—-aber das brauchen sie ja auch nicht — sie haben ja die MACHT.                           Alle Argumente der Landwirte,die sich in ihrer Existenz bedroht fühlen, der Umweltschützer und der Bürger, die um ihr Naherholungsgebiet fürchten, und vieler Mitarbeiter/Studierenden der FH, die sich durch den öffentlichen Nahverkehr gut angebunden fühlen, zählen nicht.

Und da wundert sich die Politik über die Staatsverdrossenheit der Bürger und Bürgerinnen , die solche hirnrissigen Projekte noch mit ihren Steuern finanzieren müssen ???

Birgit Tersteegen,Tagungshaus Karneol,Sellen 2,48565 Steinfurt

 

Vielleicht heißer als gedacht?

Nach den Sommerferien soll der nun doch ergangene Planfeststellungsbescheid bei den betroffenen Komunen ausgelegt werden. Die große Frage bleibt: Lässt sich eine dann notwendige Enteignung der Landwirte überhaupt durchsetzen. Wir sind nach wie vor guter Hoffnung…

Artikel WN

Zum Artikel

Erster Spatenstich in 2019?

Artikel in der WN

Unter diesem Link findet sich der letzte Artikel zum Thema bei den Westfälischen Nachrichten. Wie bereits im Kommentar auf der Seite der WN bemerkt:

Das ist vielleicht doch eher als Propaganda zu verstehen. Schließlich sollte der Planfeststellungsbeschluss vom RP schon Anfang diesen Jahres auf den Weg gebracht sein! Und, so wie wir von der BI es hören, sind die betroffenen Landwirte nach wie vor „gegen“ Ausgleichsmaßnahmen… Es gibt eben immer noch Interessen, die die geplante Straße unbedingt durchsetzen wollen… Wie lange denn noch?

Also, nichts wird so heiß gegessen wie gekocht.

Pressetext zum Planfeststellungsverfahren / K76n

Wie undemokratisch ist das denn?
Der geplante Bau der K76n bedeutet im Falle einer Realisierung einen schwerwiegenden Eingriff in die ökologische Entwicklung unserer Stadt, er ist verkehrspolitisch vollkommen sinnlos, nicht seriös zu finanzieren und würde eine Zerstörung eines Teils der bäuerlichen Strukturen sowie der noch intakten Naherholungsmöglichkeiten für die Steinfurter Bevölkerung bewirken.

Das wissen doch eigentlich alle Beteiligen seit langer Zeit. So hat im Laufe der letzten 20 Jahre unsere Interessensgemeinschaft in allen Gremien des Kreises und der Stadt Steinfurt sowie öffentlich versucht, ein Problembewusstsein für die genannten Punkte zu schaffen. Leider ist es uns an keinem einzigen Punkt gelungen, mit unseren konstruktiven Eingaben bei den Planern Gehör zu finden.

In den letzten Jahren wurde im Verfahren keinerlei Auseinandersetzung mit Argumenten mehr geführt. Es wurde lediglich eine veraltete Planung mit fraglichem Nutzen auf einem bürokratischen Weg abgewickelt. Veränderte Bedingungen oder auch neu entwickelte Sichtweisen von „Stadtentwicklung“ spielten keine Rolle und wurden mit Verweis auf „nicht relevant“ abgewiesen.
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Stellungnahme zum Planfeststellverfahren / K76n (Westtangente Steinfurt) vom 10.07.2014

Die umfängliche Stellungnahme der Interessengemeinschaft gegen die Westtangente legt auf 9 Seiten detailliert die Hautargumente gegen den Bau der K76n dar:

  • Veraltete Planung
  • Mangelnde Finanzierung – Wohl der Bevölkerung – fraglicher Nutzen
  • Kosten-Nutzen
  • Fehlende planerische Alternativen
  • Eingriff in Naherholungskonzepte
  • Fehlender verkehrlicher Nutzen
  • Zu erwartende ökologische Verluste

PDF: 140710_Stellungnahme

Gerichtsurteil zum Flögemannsesch – Teilsieg für die Landwirte

Am 11.09.2012 erschien in den RuhrNachrichten der Artikel von Christian Bödding zum Urteil des OVG. Das berührt natürlich auch den Bau der Westtangente, auch wenn der nicht weiter angesprochen wird. Vor allem aber zeigt er die Haltung und Nachhaltigkeit der betroffenen Landwirte:

STEINFURT Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster hat den Bebauungsplan Flögemannsesch-West für unwirksam erklärt. Dem Urteil liegt die Normenkontrollklage zweier Burgsteinfurter Landwirte zugrunde. Allerdings können die von den Richtern monierten Punkte geheilt werden, erklärte Steinfurts Technischer Beigeordneter Reinhard Niewerth.

Weiterlesen:

http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/steinfurt/Teilsieg-fuer-die-Landwirte;art1005,1762598